Wir sind dann mal weg.

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Das war unser Highlight des Tages, und was war Eures???


Ein Buckelwal auf offenem Meer beim Liebestanz... 

Freuen uns auf Eure Erlebnisse - Bilder nicht unerwuenscht :-)

8.8.07 06:47


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Abschied von Suedamerika und G'day Australia - oder vom Restaurantschlemmen zum Gaskochermenu

Letzte Station in Suedamerika waren die gewaltigen Wasserfaelle von Iguazu. Diese befinden sich direkt an der argentinisch-brasilianischen Grenze und haben einen Zugang von beiden Seiten.
Die Wassermassen die hier zu Tale stuerzen sind tatsaechlich gewaltig und auch als bekennende Nicht-Wasserfallfans waren wir mehr als beeindruckt!

Auf der brasilianischen Seite in Foz do Iguazu hatten wir dann endlich auch mal wieder Gelegenheit in einem richtig schoenen Bett zu schlafen. Der Bruder von Britta's Schwager lebt seit einiger Zeit mit seiner Familie dort und wir hatten 2 wundervolle und wiedermal sehr delizoese Tage.

Als wir schweren Herzens Abschied sagten, nahm ein kleines Drama seinen Lauf...
Unsere Flieger von Iguazu nach Buenos Aires und der anschliessende nach Santiago de Chile hatten beide mehrere Stunden Verspaetung. Somit hatten wir extremen Bammel, dass wir unseren an diesem Abend startenden Flug nach Sydney nicht mehr erreichen wuerden.
Wie sich herausstellte zurecht...
Als wir letztlich in Santiago ankamen und durch die Schalter hechteten um ans entsprechende Gate zu kommen, zeigten uns die dort stehenden Offiziellen nur noch ein paar blinkende Lichter, die gerade am abheben waren.
Zu allem Uebel kam dann noch hinzu, dass Britta's Rucksack nicht bei dem Gepaeck war. Auch knapp einen Monat spaeter warten wir nun immer noch, dass dieser gefunden wird. Naja, die Fluggesellschaft hat uns ja immerhin 60 Euro Soforthilfe gegeben. Und sollte tatsaechlich nichts mehr auftauchen bekommen wir nochmal 3,50 Euro pro Kilogramm. Ist doch echt super - wenigstens war dann in Sydney gerade Schlussverkauf!
Aber wir waren ja wie gesagt erstmal immer noch in Santiago.
Die Fluggesellschaft sponserte uns wenigstens eine Nacht in einem Sheratonableger samt Verpflegung, so dass wir nicht auf dem Flughafen warten mussten!


Supersize me!!!

Und man soll es nicht glauben, am folgenden Tag bekamen wir sogar wirklich noch einen Platz im generell ausgebuchten Flug nach Sydney, so dass wir dann zumindest einen Tag spaeter dort ankamen.

G'day Australia!!!!
Unglaublich, aber wir sind inzwischen doch tatsaechlich in der letzten Station unserer Reise angekommen. Seufz!

Nach einigen Tagen in Sydney hatten wir unser Jetlag ueberwunden und einen kleinen Campervan gekauft! Rund 2000 Euro fuer einen Toyota Tarago Bj. 1983. Dieser wird nun bis Ende Oktober unser Haus auf 4 Raedern darstellen. Die Ruecksitze lassen sich fast komplett umklappen und mit einigen Decken und darueber Isomatten laesst sich sogar ueberraschend gut darin schlafen!

Bis wir allerdings das Auto auf uns zulassen konnten, mussten wir erstmal nach Victoria, also den angrenzenden Staat tuckern, da das Auto dort zuletzt zugelassen war. Ca. 600 km also - fuer Australien ein Katzensprung...
Der dortige TUEV, den wir vor der Umschreibung noch besuchen mussten, hatte dann allerdings noch den ein oder anderen Mangel entdeckt (wer haette es gedacht?) und da das bloede Ersatzteil auf sich warten liess, verbrachten wir geschlagene 3 zumindest sehr authentische Tage in Albury. Da zieht es ansonsten bestimmt keine Australienreisende hin!
Jedenfalls kennen wir die Einkaufszentren da jetzt auswendig...

Doch dann konnte es endlich losgehen - Australien, wir kommen!!!
Auf nach Norden war erstmal die Devise, da selbst in Sydney und erst recht im weiter suedlich gelegenen Albury nachts Minustemperaturen herrschten. Klar, ist ja grad auch tiefster Winter!

Doch kaum faehrt man ein paar tausend Kilometer weiter in den Norden, da sieht das Ganze doch schon wieder ganz anders aus. Inzwischen brauchen wir also nicht mehr morgens von innen (!!) unsere Scheiben vom Eis zu befreien. Tagsueber ist es inzwischen meist sehr angenehm warm und fuer abends haben wir ja immer noch ein Jaeckchen.


Unser Goldstueck

In Sydney hatten wir mit Marie und Nico ein sehr naettes Paaerchen aus Frankreich kennen gelernt und diese haben wir doch tatsaechlich in den Weiten Australiens wieder getroffen.


Fruehstueck am Strand - doch, der war da wirklich!

Und da in Nico's Bus 2 Angeln zur Ausstattung gehoerten, hat nun auch Steffen eine neue Leidenschaft entdeckt.
Das anfaengliche Problem, dass weder Nico noch Steffen wussten, wie man die Angel auswirft, wurde durch die fachkundigen und mit einem Laecheln auf den Lippen umstehenden australischen Meisterfischer schnell behoben. Was allerdings passiert, wenn tatsaechlich mal ein essbarer Fisch anbeist wird sich wohl dann erst herausstellen...
Warten wir's mal ab!


Wieder nix - zum Glueck gibt's hier ALDI

Unsere Strecke fuehrt uns derzeit immer die Kueste lang nach Norden. Endlose, menschenleere Straende saeumen hier unseren Weg. So richtig ins Wasser sind wir allerdings noch nicht. Zum einen wegen der doch recht frischen Temperaturen, zum anderen da man hier nie so richtig weiss, wo der naechste Hai auf einen unerwarteten Leckerbissen lauert. Die ueberall anzutreffenden Surfer scheint das allerdings alles nicht abzuschrecken... 

Oftmals werden selbst in Nationalparks die kilometerlangen Strandabschnitte auch als kleine Highways genutzt. Fast ueberall sind wenn nicht die Gelaendewagen selbst, so zumindest ihre Reifenspuren deutlich sichtbar. Meist ist man auf dem Weg zur naechsten Welle oder zum Fischen... 

Kaum zu glauben, aber wahr - wir haben inzwischen sogar schon freilebende Koalas gesehen! Einer war einfach so neben unseren Autos auf einem Campingplatz auf Futtersuche...

Kaenguruhs haben wir inzwischen allerdings erst recht wenige gesehen. Die meisten klebten dazu leider auf dem Asphalt...
Aber dass sich das nicht bald aendert, muessen wir uns wohl wirklich keinerlei Sorgen zu machen!

Neben Sydney, das wir so richtig erst vor unserem Abflug erkunden werden, war Brisbane eine weitere Grossstadt, von der wir sehr angenehm ueberrascht wurden.
Generell sind wir ja eher fuer die laendlichen Gegenden zu begeistern, aber die australischen Metropolen sind wirklich umwerfend schoen.
Das harmonische Zusammenspiel von alten (?) Gebaeuden und modernen Glaspalaesten ist wirklich beeindruckend! Hier kann man sich ein Leben vorstellen...

Und auch von den Menschen sind wir mehr als positiv beeindruckt! Kaum steht man ein paar Sekunden mit dem Stadtplan in der Hand an einer Kreuzung, schon kommt jemand zur Hilfe und gibt freundlich Ratschlaege. Ueberhaupt kommt man sehr leicht mit den Australiern in Kontakt und wird immer und ueberall gefragt wo man herkommt und wo der Weg hinfuehrt. Das alles dazu auf eine sehr sehr aufgeschlossene und ueberhaupt nicht oberflaechliche Art.
So bisher unsere fast durchgaengig positiven Erfahrungen.


Die Skyline von Brisbane

Ach ja, sorry wenn wir derzeit nicht ganz so oft von uns hoeren lassen, aber das Internet hier ist leider oft recht unverschaemt teuer. Zwar kann man in den Bibliotheken meist sogar kostenlos ein paar Minuten "zu Recherchezwecken" ins Internet, oft sind aber gerade die Emailprogramme gesperrt. Und so ein Blog dauert hat auch ein paar Minuten laenger...

Uns geht es auf jeden Fall sehr sehr gut und wir geniessen unsere Tage!!!

15.7.07 13:15


Von Sucre nach Cordoba - oder Hast Du sie verstanden??

Nach ueber 3 Wochen hiess es dann Sucre adios zu sagen, so gut es uns auch gefiel... Allerdings gab es vorher noch einen kleinen Aufreger!!!
Britta hatte ja schon seit Monaten immer mal wieder Probleme mit dem Magen und verdrueckte sich nachts desoefteren auf die Toilette. Jedenfalls beschlossen wir nach einer weiteren solchen Attacke nun doch mal einen Arzt zu konsultieren.
Gesagt getan ging es dann zu dem Professore, der auch schon fuer keinen geringeren wie den Papst himself in den 80ern zustaendig war, als es diesen in die bolivianische Hauptstadt verschlug. Die Vorzeichen waren also schonmal nicht die schlechtesten!
Nach einigem Hin und Her gab es dann also endlich eine Diagnose: Amoebenalarm!!!!!!!
Britta wurde kurzerhand in Britta A. Moebius umgetauft und mit den entsprechenden Mittelchen an der Hand konnten wir dann 3 Tage spaeter unseren Weg Richtung Argentinien antreten. Unser letzter Stopp in Bolivien machten wir 
in Tupiza. Manch einer wuerde dieses schoene Kaeffchen vielleicht den A..... der Welt nennen, aber uns hat es gefallen.

Auf dem Weg dorthin machten wir dann aber, wie es meist bei etwas laengeren Busfahrten am Tage hier ist, um die Mittagszeit irgendwo ein Halt. Wie immer hiess es “Almuerzo – veinte minutos pausa” (Mittagessen – schiebt euren Hintern in 20 Minuten wieder hierher, sonst bleibt ihr da!).
Jedenfalls war Stopp in einem Pueblito, das eigentlich nur eine Durchfahrtsstrasse war und dem einzigen Zweck dient, die vorbeikommenden Fahrzeuge mit Essbarem zu versorgen. Scheinen auf jeden Fall einige Leute durch zu kommen...

 

Und da es nicht ueberall Busse gibt, werden eben auch die LKW`s zur Personenbefoerderung genutzt!

Natuerlich bieten sich da jede Menge Gelegenheiten zum Fotografieren und diese junge Dame wollte dann nach Besichtigung ihres Antlitzes auf dem Display gleich die ganze Kamera behalten, nachdem wir ihr klar gemacht haben, dass wir da nicht einfach einen Abzug rausziehen koennen. Und Emailadresse hatte sie keine...

Es herrschte wie immer geschaeftiges Treiben und nach einer knappen Stunde ging es dann auch weiter. (Anm. der Red.: in Bolivien gehen die Uhren halt ein wenig anders...)

In Tupiza dann gluecklich angekommen und inmitten der buntesten Sandstein-Felsen, die alle 5 Meter ihre Farbe zu aendern scheinen, bewegten wir am naechsten Tag dann endlich auch mal wieder unsere mueden Glieder.

Den Weg dieser Tageswanderung zu finden, sollte lt. Aussage unseres Hostels (wie schon so oft) ueberhaupt kein Problem sein – einfach immer den Pferdespuren nach hiess es...

Aber anscheinend haben die vergessen dass wir in der Spurenleser-Schule beide gnadenlos durchgefallen waren! Jedenfalls wurde es nichts mit dem zuerst angepeilten Rundweg. Aber trotzdem war es eine sehr schoene Wanderung – so halt immer in relativer Sichtnaehe zum Oertchen...

 

Und dann ging es - nach eine wirklich einmaligen Rasurerlebnis fuer Steffen - nach Argentinien und wir verliessen unser bisheriges Lieblingsland dieser Reise.

Der Unterschied war krass, denn kaum waren wir auf argentinischer Seite, erschien uns alles um ein Vielfaches organisierter. Die Strassen waren ausnahmslos geteert, die Autos kamen uns vor wie daheim und die Busse waren selbst im schlimmsten Fall 10 Jahre juenger wie in Bolivien. Argeninische Busse trauen sich im Uebrigen erst gar nicht auf die bolivianische Seite - zu schlechte Strassenverhaeltnisse!

Erste Station machten wir in Salta, wo wir ja schon vergangenes Jahr ein paar Tage verbrachten, bevor wir dann in Argentiniens zweitgroesster Stadt Cordoba weiterzogen.
Schon Salta schien uns im Vergleich zum Vorjahr wie runderneuert. Fast meinten wir in Italien zu sein und kamen uns mit unseren ausgewaschenen, verbeulten Klamotten verglichen mit den durchgestylten Saltenos doch ziemlich abgerissen vor. Noch krasser war das dann in Cordoba, das uns dann tatsaechlich nicht mehr so fuehlen liess, als waeren wir noch in Suedamerika. Deshalb ging es erstmal in eines der vielen modernen Mega-Shoppingcenter und Britta goennte sich ein neues T-Shirt nebst warmem Pulli.

Hier war es dann auch soweit, dass wir mit unserem Latein oder besser Spanisch am Ende waren.
Noch ein paar Tage vorher sagte selbst Steffen, dass es inzwischen echt gut klappt "mit dem reden und so", aber hier in Argentinien verstehen wir wirklich nur unter groessten Anstrengungen, was die lieben Leute uns denn sagen wollen.
Und als Steffen dann auf die Frage was er denn zu trinken haben moechte antwortete, dass er hier am reisen ist, lief das Fass ueber...
Oh Mann, wie kann es sein, dass sich innerhalb von ein paar Fahrtstunden die Sprache so veraendert????? Manchmal schaun wir die Leute gar nicht erst an - koennte ja sein, dass die mit uns reden wollen...

Aber dann war es trotzdem abends soweit: Das erste argentinische Steak!!! 

In einer typischen Grossraumrestaurant mit Megagrill, von dem unser Grillmeister Bill nur traeumen kann und der an diesem Abend bereits mehrere Zentner Fleisch gegart zu haben schien, zelebrierten wir dann diesen Gaumenschmauss.
Natuerlich wie bei den Argentiniern ueblich erst nach 23 Uhr. Davor geht hier naemlich - ausser vielleicht in den Gringoschuppen - mal rein gar nichts!

Doch auch von Cordoba sind wir inzwischen schon weitergezogen und nun mit Rosario in der Geburtsstadt Ernesto "Che" Guevaras angekommen. Die Kaelte verfolgt und leider immer noch und wir sehnen uns nach ein paar waermenden heimischen Sonnenstrahlen, die es da ja anscheinend grad zur Genuege hat...

23.6.07 18:19


Sucre - oder Eine wirklich wertvolle Buchempfehlung

Holà aus Sucre heisst es diesmal – der konstitutionellen Hauptstadt Boliviens!

Das eigentliche Leben spielt sich hier ja generell in La Paz ab, die 200.000 Einwohner zaehlende “Ciudad Blanca” (wegen der vielen weissen Haeuser) gefaellt uns jedoch viel besser! Und ausserdem hatten wir hier Gelegenheit endlich mal die zuvor schon erwaehnten Frostbeulen los zu werden. Angenehme 20-25 Grad verwoehnten uns tagsueber und auch Nachts konnte man endlich schlafen ohne sich staendig zu fragen, wie lange die Zaehne des Bettgenossen das Klappern wohl noch durchhalten werden…

Hier trafen wir auch auf unsere liebgewonnenen Weggefaehrten der Uyuni-Tour Beate und Christian aus Roettingen bei Wuerzburg, die sich nach 2,5 Jahren Um-die-Welt-tingeln nun langsam wieder auf die Heimat einstellen muessen.
Gemeinsam kamen wir zum Nationalfeiertag in den “Genuss” einen Blick auf den bolivischen Praesidenten Evo Morales werfen zu koennen, der zum Jahrestag in Sucre erwartet wurde.
Beim Warten zusammen mit vielen bolivianischen Schaulustigen auf dem Marktplatz kamen wir dann durch Zufall auch mit einem einheimischen Ehepaar ins Gespraech. Die Frau arbeitete wie sich herausstellte als Aerztin in einem Heim fuer behinderte Kinder und wir machten fuer den darauf folgenden Montag gleich mit ihr aus, dass wir dort mal vorbei schaun werden, da wir ja schon die ganze Zeit nach einer geeigneten Voluntaerstelle Ausschau hielten. Doch dazu dann spaeter mehr.
Zurueck zum Praesidenten… Als er dann endlich eintraf herrschte nahezu absolute Stille – sehr ueberraschend fuer uns, da wir bisher dachten, dass Evo sich ausgesprochener Beliebtheit erfreut und als erster Indigena-staemmiger Praesident der Liebling der Massen sei. Allerdings legte sich die anfaengliche Euphorie fuer den besten Freund des venezulanischen Praesidenten Hugo Chavez (welcher vergangenes Jahr am Rednerpult der UN sagte: “Ich rieche hier noch den Schwefelduft des Teufels” im Hinblick auf den Tags zuvor aufgetretenen George W. Bush) und auch Fidel Castros nach den ueblichen ersten nicht eingehaltenen Wahlversprechen. Somit erlebten wir eine Art stillen Protest.
Angesichts der natuerlich vorhandenen Sehnsucht nach den heimischen Gefilden und kulinarischen Hochgenuesse ging es am kommenden Tag auf ein “Worschtfest”.

Zwar muss man sich hinsichtlich des Aussehens des Fleischs im Duenndarm etwas umstellen, aber hat man erstmal die Augen zugemacht und die Gabel wieder aus dem Mund gezogen, so schmeckt es tatsaechlich lecker. Sehr aehnlich der elsaessischen Merquez...
Und zusammen mit einem kuehlen Bierchen mutiert das Ganze gar zu einem richtigen Leckerbissen!

 

Wie schon angedeutet hatten wir dann gleich zu Beginn der kommenden Woche einen Termin im Centro Psicopedagogico. Hier finden behinderte Kinder und auch junge Erwachsende ein neues Zuhause, nachdem sie oftmals direkt nach der Geburt von ihren Eltern mehr oder weniger abgestossen wurden.
Der Grad der Behinderung reicht vom Down-Syndrom ueber Autismus bis hin zu schwerer Klebstoffabhaengigkeit.
Britta vereinbarte dann fuer den kommenden Tag gleich ein Probearbeiten in der Einrichtung fuer die Juengsten zwischen 0 und 8 Jahren, waehrend Steffen sich in der Zeit auf das Organisieren von Spenden aus der Heimat sowie alles Haeusliche verlagerte.

Nach dem ersten Tag sehr geschlaucht entschloss sich Britta dann hier 14 Tage mit anzufassen und in einer Gruppe von 10 Kindern deren Pflegerin Selia unter die Arme zu greifen.

Wie man sich vorstellen kann sind die Mittel und Verhaeltnisse vollkommen andere, wie man diese in aehnlichen Einrichtungen in Deutschland finden wuerde. Aber durch einen schliesslich auch fuer Britta organisierten Kittels waren die Spuren der Arbeit dann zumindest teilweise eingedaemmt.
Schnell schloss sie die Kinder und die Kinder sie ins Herz. Dann klappt es auch gleich beim Essen besser…

Doch auch mit zunehmender Dauer kann man sich nur sehr schwer an den Anblick gewoehnen, dass die Kinder auf Grund fehlenden Personals zum schlafen mit Hilfe diverser Baender in ein Laken geschnuert “stillgestellt” werden oder aus selbigem Grund stundenlang in ihrem Rollstuhl abgestellt werden.

 
José Mittagsschlaf-fertig               Adelayda

Somit halten sich die Fortschritte der Kinder zwecks mangelnder Zuwendung leider sehr in Grenzen, aber es ist erstaunlich wieviel man schon durch selbst geringst erscheinende Mittel erreichen kann.

Zum Beispiel war das Fehlen eines CD-Spielers fuer entsprechende musikalische Beitraege eines der offensichtlichsten Uebel. Und nicht zuletzt weil Steffen`s Nichte Katharina zusammen mit ihrer Oma das Sparschwein geschlachtet hat, konnten wir zumindest hier ein wenig unterstuetzen.

Und da anschliessend noch ein wenig Geld uebrig war, gab es noch einen Satz neue Zahnbuersten, Musikinstrumente sowie unbedingt benoetige Latzhosen.


Pablo in neuer Latzhose

Britta`s Liebling Yomar und alle anderen Kinder sagen: DANKE KATHARINA!!!

Natuerlich gab es neben dem Heim aber noch einige andere Eindruecke… Einer war das jaehrlich stattfindende Rennwochenende von Sucre. Zumindest die Einheimischen sind der festen Ueberzeugung, dass diese 2 Tage denen in Monaco in nichts nachstehen.
Von der Geraeuschkulisse her gesehen mag das vielleicht sogar so sein, ansonsten sind die Renner optisch einem DTM-Tourenwagen aehnlich.
Als Rennstrecke dienen, und daher ruehrt dann wohl auch der Vergleich mit Monaco, die Strassen von Sucre und Umgebung. Diese werden allerdings nur sehr minimal veraendert und es verwundert, dass wir nichts von einem Unfall mit Zuschauerbeteiligung mitbekommen haben.

Auch die Kommentatoren-“Loge” war eher amateurhaft und einfach ausgestattet.
Das was von den Moderatoren in die Handies und Mikrofone geschrien wurde erinnerte dann sehr an eine temperamentvolle suedamerikanische Fussballuebertragung. Fehlte nur das “Goooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooool”

Schliessen wir wie wir begonnen haben – mit einem kulinarischen Hochgenuss. Klar, speziell Britta musste auf Grund der anstrengenden Tage mit den Kindern bei Kraeften bleiben!
Und dafuer eignen sich natuerlich hervorragend Vitamine!!!!

Die gibt es zu genuege an den Fruchtstaenden des Obst- und Gemuese-Marktes, an welchem man ganz frisch vor seinen Augen zubereitet die leckersten Fruchtshakes und Obstsalate gereicht bekommt! Oder in etwas anderer Form ueber einen Pie de Limon in unserem Stamm-Cafè…

Und da wir zwischendurch ja auch immer ein wenig Zeit zum schmoeckern finden, hier noch eine kleine Buchempfehlung von Steffen - vielleicht auch nur, weil der Start der WM in Deutschland jetzt ziemlich genau ein Jahr her ist

"Ich mach das Ding rein und fertig! Warum der deutsche Fußball Lukas Podolski braucht"

!!!! Britta nimmt sich von dieser Empfehlung ausdruecklichst aus!!!!

4.6.07 16:47


Salar de Uyuni und Potosi - oder Von der Salzwueste in die Silbermine

Die Salar de Uyuni ist einer der groessten Salzseen der Erde, der auch heute noch zum Abbau des “Weissen Gold” genutzt wird. Soweit wir das beurteilen koennen duerfte es auch noch ein wenig dauern bis die Reserven erschoepft sind - der Salzreichtum wird auf 10 Milliarden Tonnen geschaetzt…
Bis auf die Monate der Regenzeit ist das Befahren der blendend weissen, scheinbar endlosen Weiten problemlos per 4WD moeglich, was wir uns natuerlich nicht entgehen lassen konnten.
Im Rahmen einer 3-Tagestour ging es aber erstmal auf den “Cemeterio de Trenes”, auf welchem viele Stahlmonster ihre letzte Ruhestaette fanden…

Und dann begannen sie auch schon, die schier endlosen Flaechen des Sees.

Bevor das Salz zur Verarbeitung weitergeleitet werden kann, wird es zu kleinen Haeufchen zusammengetragen. Eignen sich auch fuer kleinere Entspannungsuebungen!

Und wie bei einem See dieser Ausmasse ueblich gibt es natuerlich auch Inseln. In diesem Fall bedeckt mit riesigen Kandelaber-Kakteen und mit herrlichem Blick ueber die Salar.

Neben dem Salz ging es dann mit unserem tapferen Land Cruiser weiter gen Sueden, wo es neben den Reizen der Steppe verschieden schimmernde Lagunen mit Andenflamingos und mehr oder weniger erloschene Vulkane zu bestaunen gab.

Manchmal brauchte unsere treue Blechbuechse allerdings ein nettes Wort, dass es weiter gehen konnte… Aber unser Guide sprach zum Glueck Toyotanisch!

Hatte zuletzt nicht auch jemand nach dem Aussehenen der Vicuñas gefragt, die ihre wertvolle Wolle nur sehr ungern hergeben? Diesmal schienen wir von den scheuen Tierchen, die aus der Ferne einem Reh nicht unaehnlich sind, nahezu umzingelt zu sein.

Die Farbenpracht der umliegenden 5000er war schier irreal.

Und als Zeugnis der Erdaktivitaet unter unseren Fuessen gab es natuerlich auch hier jede Menge Geysire, die besonders bei morgendlicher Eiseskaelte ihren Dunst ausblasen.

Und die Felsen haben die seltsamsten Formen – dieser hier wird “Arbol de piedra” (Baum aus Stein) genannt.

Und auch schon Michael Gross soll sich hier auf seine grossen Erfolge vorbereitet haben!

Wie schon angedeutet herrschte auf diesem kleinen Ausflug trotz Sonnenschein bittere Kaelte, so dass wir letztlich ein lachendes und ein weinendes Auge hatten, als wir ohne Frostbeulen wieder wohlbehalten zurueck waren.

Naechster Stop nach einer Fahrt durch nicht minder beeindruckende Altiplano-Landschaft war die Silberstadt Potosi. Mit dem "Cerro Rico" liegt hier ein schon von den Spaniern ausgebeuteter Berg, der inzwischen durchloechert ist wie ein schweizer Kaese.
Noch heute arbeiten ca. 14.000 Maenner im Innern des Berges. Auf Grund der extremen Bedingungen liegt ihre Lebenserwartung allerdings nur bei etwas ueber 40 Jahren. 70 % der Minenarbeiter sterben an Staublunge und 30 % bei Unfaellen. Jeden Tag laesst durchschnittlich ein Mann sein Leben im Berg…

Der Besuch der Minen gehoert zu den Hauptattraktionen der Kolonialstadt. Und damit einen die Bergleute wohlgesonnen in Ihre Arbeitsstaette aufnehmen, geht es vorher ein wenig shoppen.

96 prozentiger Alkohol, Cocablaetter, Erfrischungsgetraenke, Kekse und nicht zuletzt Dynamit (!!!) koennen von jedermann ganz normal an jeder Strassenecke erstanden werden.

Gut ausgeruestet und bepackt geht es also zum Mineneingang.

Dank moderner Kamera-Blitztechnik kann sogar 150 m unter Tage einigermassen gut fotografiert werden. Ansonsten wuerde man auf dem untenstehenden Bild reichlich wenig erkennen...

Und wer leicht klaustrophobisch veranlagt ist wird das ein oder andere mal doch etwas tiefer Luft holen um nicht zu hyperventilieren…

Aber neben gekreuzten Fingern gibt es zum Glueck ja im Berginneren noch den ein oder anderen Schutzpatron, der bei jedem Besuch mit entsprechenden Opfergaben (Coca-Blaetter. Alkohol und Zigaretten) positiv gestimmt wird. Scheint ihm zu gefallen wie man sieht…

Nach 2 Stunden sind wir dann auch tatsaechlich unbeschadet wieder aus dem Berg rausgekrabbelt! Im Nachhinein alles halb so wild, aber wir sind uns einig, dass wir daheim dann doch lieber wieder im Krankenhaus oder am Schreibtisch arbeiten.

 

22.5.07 23:15


Unterwegs im Sajama-Nationalpark

Eher eine kleine Randbemerkung laesst unser Reisefuehrer ueber den Sajama-Nationalpark ab. Aber das was wir gelesen haben, hat uns derart gereizt, dass wir das Abenteuer eingingen.

Der Park ist der aelteste seiner Art in Bolivien und touristisch noch eher wenig erschlossen. D.h. natuerlich auch, dass die Unterkuenfte noch spartanischer sind... 
Landschaftlich war es fuer uns allerdings wahrscheinlich bisher der absolute Hoehepunkt unseres kleinen Trips!
Das kleine Nest Sajama ist umgeben von schneebedeckten Gipfeln, die sich gegenseitig an Schoenheit uebertrumpfen wollen - so scheint es jedenfalls.
 


Der Sajama - Namensgeber des Parks und gleichzeitig mit 6452 m der hoechste Berg Boliviens

Die dem Sajama gegenueberliegenden Zwillingsvulkane - wie es heisst Maennchen und Weibchen. Eine erfolgreiche Befruchtung ist allerdings schon ein Weilchen her...

Ach ja, einen Gipfel haben wir auch wieder bestiegen - und dort dann einen kleinen Freudentanz aufgefuehrt.

Ebenso beheimatet der Park den angeblich hoechsten Wald der Welt. Auf bis zu 5000m wachsen die Queñua-Baeume.

Und wenn man zu den ebenfalls vorhandenen Geysiren laeuft, dann geht natuerlich auch hier nichts ohne die Llamas und Alpakas. Eine Premiaere fuer uns waren allerdings die sehr seltenen Vicuñas in freier Wildbahn zu sehen.
Sie stellen die zierlichste Art der Andenkamele dar und 1 kg ihrer Wolle, die als die feinste Naturwolle ueberhaupt gilt, kostet die Kleinigkeit von 900 US $.

16.5.07 22:13


Bergsteigen und wandern in der Cordillera Real - oder Obi ´nauff den Berg

La Paz ist mit 3600 m eine der hoechstgelegenen Grossstaedte der Welt. Und wer nicht bereits an die Hoehe gewoehnt ist kommt hier ganz schoen schnell aus der Puste.
Das Stadtgebiet mit seinen ca. 1,6 Mio Paceños liegt in einem sehr beeindruckenden Talkessel und erstreckt sich ueber schlappe 1000 Hoehenmeter!

D.h. die Fortbewegung ist ein staendiges Auf und Ab. Sollte man das Glueck haben direkt neben einem der nett anzuschauenden farbenfrohen Busse stehen zu duerfen waehrend dieser gerade anfaehrt, dann geht man am besten direkt nach dem Hustenanfall heim unter die Dusche.

Die Stadt ist umgeben von den Bergen der Cordillera Real mit ihren 5000 und 6000ern, die bei uns natuerlich wieder zu einem Kribbeln in den Beinen fuehrten.
Aber bevor wir uns in die neuen Hoehenbereiche begaben hiess es sich natuerlich huebsch machen fuer die kleinen Erhebungen.

Unser Plan war es zuerst den 5400 m hohen Pequeño Alpamayo zu besteigen und wenn dann noch Luft ist mit dem Huayna Potosí einen 6000er zu erklimmen.
Aber eins nach dem anderen…

Zusammen mit unserem Guide Lorenzo ging es erstmal noch recht gemuetlich auf zu unserem Basislager auf rund 4200 m Hoehe.

Um 2 Uhr morgens weckte uns dann das Summen des Weckers und wir durften feststellen, dass wir vollkommen eingeschneit waren. Unser Zelt begruesste uns beim Oeffnen erstmal mit einer erfrischenden Schneedusche.
Da kam uns auch schon der immer "gut gebraeunte" Lorenzo entgegen und meinte, dass wir bei dem Wetter nicht gehen koennten und uns vorerst nochmal hinlegen koennten. Sofern sich das Wetter bessert weckt er uns.
Naja, so gegen 6 Uhr ruettelte es dann tatsaechlich an unserem Schlafgemach und es hiess: “Vamos”.
Immer noch in dicke Wolken gehuellt, aber immerhin mit einem Mindestmass an Sicht und ohne weitere Schneefaelle ging es in den Skischuh-aehnlichen Plastiktretern dann ca. 1 h zum Gletscher.

Dort angekommen wurden dann die Steigeisen angelegt und die Pickel ausgepackt. Aneinandergebunden stapften wir monoton hintereinander her. Ein Fuss vor den anderen – so richtig schoen langsam wie man das vielleicht schon in der ein oder anderen Reportage diverser Himalayaexpeditionen gesehen hat.
Scheisse, ist das anstrengend und dann auch noch mit dem Neuschnee…
Aber wir wollten das ja so, wenn auch mit etwas anderen Witterungsverhaeltnissen!

Nach gut 2 Stunden ruehrte sich dann Steffens Magen. Lorenzo meinte das sein normal und halt wegen der Hoehe. Wenn ich auf´s Baño wollte koennte er mir ein wenig mehr Leine geben, so dass ich beim kotzen wenigstens nicht in die Gletscherspalte falle.
Aber so schlimm war es dann zum Glueck doch nicht und mit Magendruecken ging es welter.

Der Blick zurueck brachte leider nicht die phaenomenale Aussicht sondern das naechtliche Werk von Frau Holle zum Vorschein.
Nach 5 Stunden und 1000 Hoehenmetern erreichten wir auf 5200 m den Zwischengipfel und dabei wollten wir es dann auch belassen. Durch den Neuschnee vollkommen ausgepumpt und ohne die Aussicht auf bessere Sicht am Hauptgipfel, konnten wir uns nicht mehr dazu motivieren auch noch die letzten 200 Hoehenmeter hoch zu quaelen. Wir sind halt doch eher die Genusswanderer denn richtige Bergsteiger. Zudem unsere Fuesse durch die ungewohnten Schuhe ziemlich in Mitleidenschaft gezogen wurden… 


Trotzdem gluecklich!

Wieder am Gletscherfuss angekommen waren wir dann doch sehr froh, dass diese Episode vorbei war und fassten den Entschluss, dass die kommenden 2 Tage "recht gemuetliches trekken" wohl genug sind.
Die 6000er muessen damit wohl noch ein wenig auf uns warten…
 

Aber auch das konnte sich Steffen zu diesem Zeitpunkt vollkommen ausgepumpt nur sehr schwer vorstellen…


Ein Koenigreicht fuer ein Weissbier!

Nachdem der Tag nach einer erneut klirrend kalten Nacht wieder bedeckt losging, war uns der Wettergott die 2. Tageshaelfte jedoch hold und wir wurden fuer die Strapazen des vergangenen Tages belohnt.

Die Andenkamele saeumten mal wieder unseren Weg und manchmal kam es uns vor als wuerden Sie fuer uns Spalier stehen.

Am Fuss des Huayna Potosi schlugen wir nochmal unser Nachtlager auf und genossen die waermenden Sonnenstrahlen und den phaenomenalen Ausblick.

Und da unser schweres Gepaeck gluecklicherweise wieder von Wilma und deren Eseln getragen wurde, blieben uns an diesem Abend auch die aussergewoehnlichen Kochkuenste von Lorenzo erspart…

Wilma lief uebrigens die Strecke ueber Stock und Stein in pumpsaehnlichen Schuehchen – und da jammern wir Europaeer ueber nicht geeignetes Equipment…
Die gesunden braunen Baeckchen sind uebrigens nicht Zeugnis mangelhafter Koerperpflege, sondern die Folge der nicht zu unterschaetzenden Sonneneinstrahlung. Wirkt auf jeden Fall sehr sympathisch!

Nachdem am naechsten Morgen die ausgebuechsten Esel eingefangen waren, hiess es wieder “Vamos”.

Zum Fruehstueck ging es wieder auf ueber 5000 Meter – diesmal allerdings ohne Schnee und bei strahlend blauem Himmel!


Felicidades zum erneut erklommenen Gipfel

Einen wunderschoenen Vormittag spaeter erwartete uns dann am Basislager des Huayna Potosi ein Taxi zurueck nach La Paz.

Und waehrend wir uns eine warme Dusche goennten, genossen unsere Schuhe die warmen Sonnenstrahlen und die dringend benoetigte Frischluftzufuhr… 

13.5.07 16:17


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