Wir sind dann mal weg.

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Auf dem Weg in den Sueden – oder Langfinger und Teufelsnase

Nach einem Tag zum Waeschewaschen und “bloggen” machten wir uns frohen Mutes auf in den suedlichen Teil der Panamericana – immer den Vulkanen nach!

Bevor wir allerdings einen weiteren dieser spektakulaeren Riesen zu Gesicht bekamen, machten wir erstmal Bekanntschaft mit ein paar Amigos der anderen Art…
Voller Vorfreude auf den in jedem Bus ueblichen, grundsaetzlich blutruenstigen Film den der Busfahrer gleich wieder einlegen wuerde, merkten wir erst mit kleiner Verzoegerung, dass wir gerade ausgeraubt werden sollten.
5-6 Jugendliche stiegen dem Bus zu und einer davon (den Steffen da noch als den Busboy betrachtete) sorgte sich ausserordentlich um unser Wohlergehen. Steffen gab ihm tatsaechlich (immer noch in gespannter Erwartung des Filmes) seinen Handrucksack, so dass dieser “sicher” im entsprechenden Fach ueber ihm verwahrt werden konnte. Als der potentielle Busboy dann allerdings versuchte den ganz offensichtlich feststehenden Sitz des Vordermanns in eine auch fuer europaeische Beinlaengen angenehme Position zu verstellen und zudem staendig auf irgendwelche imaginaeren Gegenstaende auf dem Boden zeigte, warfen wir dann doch mal einen Blick ueber uns. Und da herrschte inzwischen natuerlich gaehnende Leere! Unsere Aufmerksamkeit verlagerte sich eine Sitzreihe nach hinten, wo uns mehrere unschuldig dreinschauende Dackelblicke erwarteten. Da die dazu gehoerenden Haende allerdings tief in Steffens Rucksack steckten, war jede Diskussion ueberfluessig.
Gluecklicherweise waren wir noch immer in Naehe des Busbahnhofes. Unsere “normalen” Mitfahrer waren sehr hilfsbereit und hatten den Braten wahrscheinlich schon lange vor uns gerochen. Ruckzuck war die Polizei an Bord, wir hatten alle Sachen wieder und unsere neuen Freunde wurden kurzerhand aus dem Bus befoerdert. Jeder erkundigte sich mehrfach, ob uns Gringos (hier wird jeder Fremde erstmal zum US-Amerikaner gemacht) auch nichts fehlte.
Der Schock sass jedoch tief und Steffen aergerte sich masslos ueber sich selbst… Wie bloed muss man denn eigentlich sein und haben wir das nicht 100 mal in allen Reisefuehrern dieser Welt gelesen???
Die restliche Busfahrt verlief aeusserst schweigsam. Desoefteren konnten die anderen Passagiere wohl unser immer wiederkehrendes Kopfschuetteln verfolgen…

Als Entschaedigung wurden wir auf unserer naechsten Station in Latacunga mit einem perfekten Blick auf den wohl bekanntesten und schoensten Vulkan Ecuadors, den Cotopaxi, belohnt.

Wie uns mehrfach versichert wurde, hatten wir sehr sehr grosses Glueck, da den meisten Besuchern trotz wochenlangem Warten, dieser spektakulaere Ausblick verwaehrt bleibt...



2 Stunden Busfahrt und einen weiteren gewaltverherrlichenden Film spaeter erreichten wir Baños. Die Stadt der Thermalbaeder und ein fuer die Ecuadorianer sehr beliebtes Urlaubsziel.
Wenn man diese dann auf sehr eigenwilligen, drachenaehnlichen Gefaehrten durch die Stadt gondeln sieht, fuehlt man sich gleich nicht mehr ganz so arg als laestiger Touri.
Baños war dann auch als der Ort auserkoren, an dem Steffens 31. Geburtstag gefeiert werden sollte.

 

Die Sonne strahlte mit ihrem freundlichsten Laecheln und nachdem die Geburtstagstorte (siehe oben) vertilgt war, gaben uns die Wolken sogar den Blick auf den aktiven Hausvulkan frei.

 

Zum Abschluss dieses wunderschoenen Tages zauberte Britta dann noch ein Geburtstagsmenue. Das erste Mal, dass wir selbst kochten. Aber warum auch, wenn wir fuer 1,50 $ ein 3-Gaenge-Menue incl. Getraenk bekommen koennen? Irgendwann haben allerdings auch wir genug von Huehnchen mit Reis oder Pizza-Combo - ganz zu schweigen von den schonmal erwaehnten meist obligatorischen Huehnerfuessen…

Auf diesem Wege auch herzlichen Dank fuer die vielen Glueckwuensche, die mich trotz der Entfernung erreicht haben!! Wir freuen uns natuerlich auch sonst ueber jedes Lebenszeichen und Lageberichte aus der Heimat!!! Dass unser Blog so gut anzukommen scheint und das Gaestebuch so haeufig frequentiert wird ist natuerlich auch toll!!

Doch nun weiter im Text...

Waehrend unserer ersten Tage in Ecuador hatten wir ja unsere Leidenschaft fuer altertuemliche Eisenbahnen entdeckt. Ein ganz besonderer Leckerbissen stellt hierzulande der Ritt zur Teufelsnase dar. Das konnten wir uns natuerlich nicht entgehen lassen.
Nur schade, dass aus irgendwelchen Gruenden nicht die uebliche Dampflock eingesetzt wurde, sondern mehrere „Busse auf Schienen“. Also groessere Brueder von unserem bereits liebgewonnenen Exemplar.

 

Die Strecke galt zur Zeit ihrer Erstellung als die schwerste der Welt! Hunderte Bahnarbeiter kamen bei den (Spreng-)Arbeiten im extrem steilen Gelaende ums Leben. Doch nicht nur die spektakulaere Streckenfuehrung, auch die moegliche Fahrt auf dem Wagondach reizt hier jeden. Zuerst waren wir beide sehr traurig, dass wir keinen Platz auf dem Dach ergattern konnten. Als wir jedoch bei unserem ersten Stopp nach oben schauten und alle bibbern, zittern und sich lustige Indio-Strickware kaufen gehen sahen, freuten wir uns schon fast wieder auf unsere bequemen Sitze im Inneren des Zuges.
Nicht zuletzt da sich die Zugbegleiter ein paar Extradollars fuer die empfehlenswerten Po-Polster auf den Logenplaetzen verdienen wollten (doppelt gemoppelt haelt besser), wurden an der Hauptattraktion der Strecke dann die Plaetze gewechselt und wir kamen auch in den Genuss der Frischluft. Und das bei wesentlich angenehmeren Temperaturen...

Die folgenden 3 Tage verbrachten wir in einem Indigena-Hostel mitten im Nirgendwo namens Guamote.


Nicht nur der gemeine Ecuadorianer faehrt gern Bus...

Die erwirtschafteten Umsaetze fliessen 1:1 in ein Projekt zur Unterstuetzung der ortsansaessigen Indigenas.

Hier erwartete uns ein vollkommen authentischer Indiomarkt, auf dem tatsaechlich nur eine handvoll "Gringos" anzutreffen waren.

 

Dort wollten wir dann auch mal wieder unsere Reitkuenste zum Besten geben.

 

Diesmal war der Wettergott uns allerdings nicht hold und es nieselte leicht, als wir uns nach 4 Stunden vollkommen geschlaucht aus dem Sattel quaelten.
Schmerzen am ganzen Koerper und ein steifer Hals waren die Belohnung fuer das zumindest fuer die Indigenas unterhaltsame Schauspiel…   

12.2.07 00:25


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CocaCola, InkaCola, PepsiCola - oder die uns nicht ergruendbare Antwort...

Wir brauchen Eure Hilfe!!!

Nein, nicht weil wir unser Hab und Gut verloren haben, sondern weil wir gruebeln und gruebeln und trotzdem nicht zu einer Antwort kommen...

Uns ist es unbegreiflich, warum um Himmels Willen die Gelueste und der Durst nach CocaCola (samt den verschiedenen Auspraegungen anderer Hersteller) speziell im Ausland bzw. auf Reisen so praesent ist!

Zuhause schauen wir die dunkle Zuckerbrause nur veraechtlich an (ok, Light kommt manchmal in Frage - aber nur eiskalt!) und hier koennten wir das zu unserem Standardgetraenk werden lassen.

Fuer denjenigen, der uns die logischste Erklaerung fuer dieses Phaenomen geben kann, winkt ein leckeres Abendessen (mit allem was wir hier so an Abartigkeiten kennenlernen durften - heute waren es zu Abwechslung mal Pansen oder so was in der Art) mit: COLA all you can drink!

Ausgeschlossen wird die Antwort, dass man im Ausland einfach auf etwas zurueck greift, was man schon aus der Heimat kennt und somit vertraut ist! Wer das trotzdem schreibt muss uns seinerseits mit fluessigen und kaubaren Leckereien verwoehnen!!! ;-)

Wir sind auf kreative und lehrreiche Erklaerungen gespannt!
Die Praemierung wird natuerlich in Anwesenheit eines gerade verfuegbaren Notar vorgenommen!

Liebe Gruesse aus Vilcabamba

Britta und Steffen

18.2.07 22:47


Adios Ecuador – oder Eisbomben und Wasserschlachten

Vorwort: Der Blog wurde inzwischen mit Hilfe meines Bruders (Dane dafuer!) ergaenzt, so dass dieser abonniert werden kann. D.h. immer wenn wir einen neuen Eintrag machen, geht eine Email raus. Wunder der Technik... Auch koennt ihr auf einer Landkarte sehen, wo die ganzen Orte unserer Reise liegen. 

Nach den zuletzt durchstandenen Hochlandabenteuern brauchten wir erst mal wieder Stadtluft und hierfuer hatten wir uns das wunderschoene Cuenca ausgesucht.

Die drittgroesste Stadt Ecuadors beeindruckt durch ihre toll erhaltenen Kolonialgebaeude, Pflastersteinstrassen und die (zumindest nach Ansicht der Einheimischen) groesste Kathedrale Suedamerikas.

 

Stolzer Erbauer war ein Schwabe, der anscheinend grossen Einfluss auf ganz Ecuador wenn nicht sogar ganz Suedamerika hatte. Wie sonst ist es zu erklaeren, dass hier alles und jeder verniedlicht wird: ein Baellchen Eischen, ein Kaffeechen, ein Zimmerchen, ein Zigarettchen, ein Dollarchen (!), ein Stuendchen, ein Waesserchen, ein Bierchen, ...

An dieser Stelle viele Gruesse an unsere eifrigen Leser im Laendle!

Eigentlich hatten wir vor, hier unsere Spanischkuenste weiter zu vertiefen. Allerdings kamen wir beide recht schnell zu dem Entschluss, dass wir das Ganze erstmal weiter aufschieben muessen. Wir waren einfach nicht bereit unser knappes Budget mit zwei voll zu zahlenden Feiertagen zu belasten, die zudem ja auch recht wenig effektiv gewesen waeren. Sprachschulen in Peru aufgepasst – wir kommen!

Statt Vokabeln bueffeln haben wir uns allerdings eine andere nicht minder anstrengende Betaetigung gesucht. Schliesslich gibt es in Cuenca jede Menge leckere Eisdielen und deren Existenz darf ja nicht ignoriert werden!
Mangelnde Nachfrage ist allerdings auch nach unserer Abreise nicht zu befuerchten, da vermutlich jeder Ecuadorianer taeglich 2-3 mal den Weg zum Eisdealer seines Vertrauens findet! Meist wird dann neben einem Jumbobecher noch ein Stueckchen Torte verdrueckt... Irgendwie scheint sich hier niemand die geringsten Sorgen um seine Figur zu machen! Was laeuft bei uns da nur verkehrt???

Neben dem leiblichen Wohl haben wir allerdings auch den kulturellen Teil nicht vernachlaessigt und diverse kleinste und groessere Museen besucht. Auch kamen wir im leider verregneten Ingapirca zum ersten mal in Kontakt mit den Inkas, die uns von nun an in Peru aller Vorraussicht nach den Weg weisen werden.

Bevor wir allerdings dorthin weiterziehen, waehlten wir Vilcabamba als Karneval-Unterschlupf. Der traumhaft im Anden-Hochland gelegene Luftkurort ruehmt sich damit, die aeltesten Einwohner Ecuadors hervor zu bringen. Das Ueberschreiten der 100 Lebensjahre kommt hier tatsaechlich weitaus oefter vor als anderswo. Neben dem moderaten Klima und der ausgewogenen (?) Ernaehrung aus Mais, Bohnen, Reis und Kochbananen, scheint das freundliche, mitleidige Desinteresse am Rest der Welt der Quell immerwaehrender Jugend zu sein.

Wer wie wir denkt, dass hier demnach zur Karnevalszeit lustlos am Maiskolben genagt wird, der hat sich getaeuscht!

In Scharen kommen die Feierwuetigen aus nah und fern.
Musik droehnt durch die Strassen und Menschen aller Altersklassen liefern sich Strassenschlachten mit Wasser, rohen Eiern, einem Senf-Ketchup-Gemisch (gibt es tatsaechlich extra zu Karneval in kleinen Tuetchen fertig gemixt zu kaufen!), Mehl und Karneval-Schaum (rasierschaumaehnliches, buntes, atemerschwerendes Etwas).

Auch die Gringos werden hiervon leider nicht verschont! Waehrend wir gerade die Zeit zu unserem anstehenden Bustrip in Loja’s ausgestorbener Innenstadt totzuschlagen versuchten, wurden wir hinterhaeltig auf einer Parkbank sitzend mit einem Eimer Wasser aus dem Heck eines vorbeifahrenden Pick-Up’s uebergossen. Somit hiess es erstmal ein sichereres Plaetzchen suchen und trocknen lassen – bei sonnigen 25-30 Grad koennte es allerdings schlimmer kommen!

Neben den erwaehnten Strassenschlachten gibt es allerdings auch noch diverse "offizielle" Veranstaltungen incl. eines obligatorischen Umzuges mit diversen bunt geschmueckten Wagen. Hoert sich an wie bei uns, sieht aber ganz anders aus.

Hoehepunkt ist speziell in Vilcabamba der Tanz der "Longevos", also der oben genannten Dorfaeltesten. Aus nachvollziehbaren Gruenden ist das allerdings nicht der Beitrag, der am meisten Zeit in Anspruch nimmt... Da helfen auch die Bohnen nicht!

Im weiteren Rahmenprogramm finden sich dann noch diverse Reiterwettkaempfe, Hundeausstellungen, die Koeniginnenwahl,...
Das Exotischte das uns untergekommen ist, war allerdings der Wettstreit, wer am schnellsten ein Meerschweinchen haeuten kann! (Wer sich das mal ansehen moechte muss allerdings nach Guamote, das wir bereits vor 10 Tagen verlassen haben) Wie auch aus unseren vorhergehenden Beitraegen zu erkennen ist, haben die kleinen Nager hier ein etwas anderes Leben...

Nun heisst es Abschied nehmen von Ecuador und noch geschwind die letzten Dollarchen in Huehnerkrallen, Pansen und Pilsener tauschen.

!!! Allerdings nicht ohne nochmal auf das untenstehende Raetsel hinzuweisen. Noch steht der Gewinner nicht fest !!!!

19.2.07 23:59





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