Wir sind dann mal weg.

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Ankunft in Peru – oder Meeresfruechte und Haferschleim

Nach einer sehr anstrengenden Fahrt mit dem Nachtbus ueber die Grenze nach Peru (wo wir beinahe von Mosquitos gefressen wurden) trudelten wir voellig erschlagen in Piura ein. Allerdings nur um dort direkt in den naechsten Bus nach Chiclayo zu steigen.

Es ist immer wieder erstaunlich wie schnell sich alles veraendert, sobald man den Grenzposten passiert hat. Alles wirkte wesentlich hektischer, die Autos und speziell die Taxis sehen anders aus, an den Landstrassen haeufen sich die Muellberge (kein Wunder wenn Muellentsorgung im Bus so geht: Man ueberreiche dem Busboy z.B. eine leere Flasche, dieser ergreift sie pflichtbewusst und pfeffert sie zielsicher durchs offene Fenster ins Freie) und ueberhaupt waren wir auf Grund der diversen Horrorgeschichten was Uebergriffe auf Touristen angeht wahrscheinlich ein wenig uebervorsichtig… Und zudem tierisch uebermuedet!

Chiclayo (immerhin die 4.-groesste Stadt Perus) an sich hat wenig Spektakulaeres anzubieten, ausser einem wirklich absolut sehenswerten Museum rund um das erst kuerzlich nahezu unversehrt vorgefundene Grab des “Sr. Sipan” (einem Herrscher aus der Pre-Inka-Zeit). Heftig was die so alles in ihre Graeber gestopft bekommen!

Schon am naechsten Morgen gings immer der Wueste entlang nach Trujillo bzw. ins angrenzenden Fischer- und Badeoertchen Huanchaco.

 

Hier trifft sich nicht nur die Elite der Wellenreiter, sondern auch die Liebhaber von Meeresfruechten (also wir ;-) werden einfach und guenstig fuendig. Endlich mal eine wirkliche Abwechslung zu Reis mit Huehnchen bzw. Huehnchen mit Reis! LECKER!!!!

 
Ceviche Mixto - roher Fisch und Meeresfruechte in Limettensosse


Arroz con Mariscos - Reis mit Meeresfruechten 

Trujillo selbst ist eine groesstenteils sehr gut erhaltene Kolonialstadt mit praechtigen Bauten.

 

 

Und auch die Geschaeftstuechtigkeit der Einwohner ist ganz suedamerikanisch kreativ... (Das Ergebnis wird allerdings stark angezweifelt und bleibt deshalb unter Verschluss!)

 

Aber auch Ausgrabungsstaetten (alle wie schon in Chiclayo aus der Pre-Inkazeit) lohnen den Besuch!


Sehr beeindruckt waren wir u.a. von der Jahrtausende alten Hunderasse, die um die Ruinen herumlungern und aussehen wie eine missglueckte Kreuzung aus Schwein und Irokesen.

Die dunkle Haut dieser Tiere laed sich in der Sonne derart auf, dass sie frueher bei diversen Beschwerden oder einfach auch Kaelte als “Waermflasche” genutzt wurden. Wer also mal was anderes moechte wie langweiligen Kautschukbomber sagt einfach Bescheid.

Mit Chan Chan liegt auch das Zentrum der Moche-Kultur und gleichzeitig die aelteste und groesste Lehmziegelstadt der Welt in direkter Nachbarschaft zum Surfer-Strand.

 

Leider hat speziell hier El Niño mit seinen katastrophalen Regenguessen unuebersehbare Spuren hinterlassen und viele der Mauern sind auf einen Bruchteil zusammengeschrumpft. Trotzdem sehr beeindruckend!

Nach 5 Tagen Strand, Sonne und leckerem Essen (jetzt freuen wir uns auch wieder auf Reis mit Huehnchen!) fuehlten wir uns gestaerkt und ausreichend an Peru akklimatisiert, dass es wieder in die geliebten Anden gehen konnte.

Das Wandermekka Huaraz in der Cordillera Blanca wurde wieder per Nachtbus angesteuert.

Zusammen mit 2 anderen Deutschen nahmen wir den 4-taegigen Santa Cruz-Llanganuco-Trek in Angriff. Wir durchstoeberten saemtliche Trekkinglaeden auf geeignetes Leih-Equipment sowie die Maerkte auf Verpflegung und schicke Kopfbedeckungen.

 

Immerhin hatten wir bei Selbstorganisation 40 $ Preisvorteil pro Person gegenueber einer organisierten Wanderung errechnet!

Schwer bepackt ging es also los und der Wettergott schien uns trotz Regenzeit hold zu sein.

 

Vorbei an den schneebedeckten Gipfeln diverser 5000er suchten wir uns den Weg zu unserem ersten Zeltplatz zu Fuessen eines der Eisriesen.

 

Auf den letzten Metern wurde uns allerdings klar, dass die Unbesorgtheit der diversen befragten Guides was die Hoehen-Akklimatisierung an ging, etwas arg unbedarft war.

Zudem fing es kurz nachdem wir die Zelte aufgebaut hatten auch an zu regnen, so dass das geplante Abendmenue einem Thunfischsandwich weichen musste und der Benzinkocher Pause verordnet bekam.
In der Hoffnung auf ein einzigartiges Panorama zum Sonnenaufgang waelzten wir uns die ganze Nacht von rechts nach links – je nach dem an welcher Stelle das Wasser vom Zeltdach gerade keine Lust auf tropfen hatte.

Waehrend wir genuesslich unseren gewichtsoekonomischen und ernergiespendenden Haferschleim zu uns nahmen, schwand die Hoffnung auf einen spektakulaeren Sonnenaufgang immer mehr. Dicke Wolken quaelten sich ueber die kaum sichtbaren Gipfel. 

Zudem war unser Mitwanderer Christian von der Hoehe derart mitgenommen, dass er beschloss nach Huaraz zurueck zu kehren. Wir wollten die “Expedition” allerdings nicht abbrechen und warteten am Strassenrand auf einen der Transferbusse nach Vaqueria, wo uns 2 Esel samt Treiber erwarten sollte, so dass die kommenden Tage nicht ganz so beschwerlich werden sollten.

Letztlich mussten allerdings auch wir zurueck nach Huaraz, da saemliche Transferbusse ueberfuellt waren und somit ein Weiterkommen unmoeglich wurde.

Wiedermal haben wir erfahren muessen, dass auch serioes erscheinenden Agenturen hier nie 100 % Glauben geschenkt werden kann. Ein Platz in einem der Busse zu dieser Zeit sei naemlich angeblich ueberhaupt kein Problem...
Ziemlich deprimiert kamen wir dann wieder in Huaraz an. Wir waren uns jedoch einig, dass wir das Unternehmen zusammen mit einer organisierten Tour nochmal angehen wollen.
Morgen geht es also auf ein Neues los mit insgesamt 9 Gleichgesinnten.
Hoffen wir auf gutes Gelingen, wenig Regen und tolle Aussichten!  
3.3.07 23:32


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Llanganuco-Trek zum Zweiten...

Nachdem der erste Versuch unserer 4-Tageswanderung (anscheinend der schoensten in Peru) an diversen Unwidrigkeiten scheiterte, haben wir zusammen mit 7 weiteren Wanderbegeisterten aus Kanada, Israel, Daenemark und - natuerlich - Deutschland (die sind einfach ueberall) einen 2. Versuch gestartet. Diesmal mit fachkundiger Unterstuetzung eines Guides samt Eseltreiber.
Leider haben es auch hier nicht alle bis zum Ende geschafft und mussten nach dem 2. Tag abbrechen, aber wir haben trotz Dauerregens durchgehalten!

Anbei ein paar Impressionen dieser trotz des immer wiederkehrenden Regens wirklich beeindruckenden 4 Tage.


Unsere Lastentiere


Und so ging es dann voran - mit leichtem Gepaeck...


So war meist die Sicht :-(


Oder so...


Deswegen mussten die Ponchos nachts auch als zusaetzliches Zeltcover herhalten. Leider nicht immer erfolgreich... 


Aber wir hatten manchmal auch Glueck - Morgenstimmung


Das Tal wenn es mal nicht gegossen hat


Siesta


Der Alpamayo - einst zum schoensten Berg der Welt gekuert. In 5 Minuten absoluten Gluecks kam der Gipfel tatsaechlich zum Vorschein!!!


Persoenlicher Hoehenrekord!


Unser letzer abendlicher Gaumenschmaus bei Gluehstrumpfschein mit den bis zum Schluss Wandernden.


Und bei Sonnenschein ging es dann wieder heim...

8.3.07 19:08


Von der Provinz ueber Lima nach Sueden – oder El Condor Pasa

Weiterhin gefesselt von der Schoenheit der Anden ging es im Anschluss an die anstrengenden Tage in der Cordillera Blanca noch tiefer ins Nirgendwo nach Chavin de Huantar. Natuerlich weiterhin mit den dicken Regenwolken im Schlepptau…
Trotzdem wollten wir uns diese landschaftlich spektakulaere Fahrt (inkl. Zwischenstopp zum Anziehen der merklich gelockerten Radmuttern) in das Zentrum der Chavinkultur nicht entgehen lassen.


Unsere Buscrew nach erfolgreicher Befestigung der Radmuttern

In stockfinsteren unterirdischen Gaengen beschworen seinerzeit die angereisten Pilgerer unter dem Einfluss des Safts des San Pedro-Kaktus ihre Goetter. Wirklich beeindruckend, auch wenn diesem Projekt bei weitem nicht die Mittel zur Verfuegung stehen, wie vielen anderen Ruinen.

Mit Peru`s Hauptstatt Lima hatten wir anschliessend den totalen Kontrast!
Allerdings konnten wir dieser nahzu immer von einer Smogwolke ueberzogenen 12-Mio-Stadt letztlich tatsaechlich etwas abgewinnen, was wir vorher stark bezweifelt hatten. Es ist immer besser, wenn man einen Ort mit geringen Erwartungen aufsucht. Und die Horrorstories hinsichtlich der Sicherheitsverhaeltnisse speziell hier waren nicht ohne…
Das Einzige was uns einem wirklich ungestoerten Aufenthalt entgegenwirkte war eine Rebellion in Steffen`s Koerper, die zu einem kurzzeitigen Kollaps im Badezimmer unseres Hostels fuehrte. Naehere Informationen bleiben den Lesern unserer kleinen Kolummne allerdings erspart und werden (ggf.) auf Nachfrage ausgehaendigt.
Diese Episode war gluecklicherweise nach einem langen Tag auch schon wieder beendet, so dass wir uns doch noch einige schoenen Ecken in der Altstadt anschauen konnten.

 

Ebenso konnten wir endlich unseren wie wir feststellen mussten sehr veralteten Reisefuehrer um ein neues aus Deutschland zugesandtes Exemplar ergaenzen. Ebenso kamen wir mit einer 2 Wochen alten Ausgabe des “Spiegels” endlich mal wieder in den Genuss einer deutschen Zeitschrift, die hier nahezu unmoeglich zu erhalten sind – nicht mal die Bild-Zeitung! J

Das ganze wurde von Mutti Kresslein (Danke nochmal!!) an Bekannte in Lima gesendet, wo wir das tatsaechlich unversehrt angekommene Paeckchen bei einer leckeren Flasche italienischem Weisswein in Empfang nehmen konnten.


Der Selbstausloeser ermoeglichte dieses kuenstlerisch sehr wertvolle Bild


Zur Reinigung unserer Poren nisteten wir uns tags drauf in Ica bzw. der zugehoerigen Oase Huacachino ein. Umgeben ist dieser Ort der Ruhe und Glueckseligkeit von nichts anderem als Sand, Sand und nochmal Sand.

Natuerlich kann man diese Duenenlandschaft auch erklimmen bzw. mit einem wahrscheinlich mit Duesenantrieb und Kerosin betriebenen undefinierbaren Vehikel durchqueren.

In der Hoffnung auf Linderung der Entzugserscheinungen nach Schnee und der zugehoerigen Moeglichkeiten auf diversen Brettern, stuerzte sich Steffen dann auch todesmutig die teilweise mehrere hundert Meter hohen Sandberge hinunter.

Der erste stehende Versuch verlief allerdings wenig erfolgreich!

Es ist tatsachlich etwas anderes sich elegant im weissen Element zu bewegen, oder nur lose mit Klettverschluss an den Fuessen sein Heil zu suchen…

Aber es gib zum Glueck ja noch andere Moeglichkeiten!

Die zweitgroesste Stadt Peru´s Arequipa stellte nicht nur den Ausgangspunkt eines 3-Tages-Trips in den Colca-Cayon dar, sondern ist gleichzeitig eine weitere sehr schoen erhaltene Kolonialstadt. Neben dem Sensationsfund bzw. der Ausstellung rund um die auf Grund der Hoehen und entsprechenden Temperaturen unwahrscheinlich gut erhaltenen Gipfelmumien (ein ca. 13 Jahre altes auf den Namen Juanita getauftes Maedchen stellt hier den Hoehepunkt dar), ist in Arequipa auch das Kloster Santa Catalina beheimatet, welches erst vor unglaublichen 35 Jahren die Tore fuer die Oeffentlichkeit auftat und eine kleine Stadt in der Stadt selbst darstellt. 


Diese tiefste Schlucht des Globus (der Grand Canyon ist ein Pups dagegen!) ist Heimat von ca. 60 Kondoren. Und tatsaechlich hatten wir Glueck und etliche Exemplare des Vultus gryphus begleiteten unseren 1200 m tiefen Abstieg.

Ebenso wie den nach einer angenehmen Nacht in urigen Cabañas folgenden Wiederaufstieg.

 

Sehr zufrieden mit uns und der offenbar erfolgten Akklimatisierung an die herrschenden Hoehenverhaeltnisse, nahmen wir wieder am Gipfel angekommen die ausgepumpte Frage eines amerikanischen Mitstreiters entgegen, warum wir nur unmerklich ausser Atem waren. Somit ist die Grundlage fuer weitere “Expeditionen” gelegt!

Und nun sind wir auch schon wieder 2 Tage in Cusco, dem “Nabel der Welt” wie die Stadt von den Inkas bezeichnet wurde. Die Stadt ist tatsaechlich beeindruckend und zumindest konnten einige Bauten der Zerstoerungswut der von Gold und Silber besessenen Spanier trotzen. Die massiven und unglaublich praezise gearbeiteten Steine, welche ohne jegliche Bindemittel ineinandergefuegt wurden, stellen auch heute in teilweise hervorragendem Zustand die Grundlage fuer etliche Gebaude dar.

Was allerdings nervt ist das unvermeidbare und allgegenwaertige “hardcore-selling” von Touranbietern, Massage-Studios, Restaurants, Schuhputzern, potentiellen Grabraeubern…
Naehere Infos und Bilder hierzu dann allerdings beim naechsten Mal!

23.3.07 01:57





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