Wir sind dann mal weg.

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Bergsteigen und wandern in der Cordillera Real - oder Obi ´nauff den Berg

La Paz ist mit 3600 m eine der hoechstgelegenen Grossstaedte der Welt. Und wer nicht bereits an die Hoehe gewoehnt ist kommt hier ganz schoen schnell aus der Puste.
Das Stadtgebiet mit seinen ca. 1,6 Mio Paceños liegt in einem sehr beeindruckenden Talkessel und erstreckt sich ueber schlappe 1000 Hoehenmeter!

D.h. die Fortbewegung ist ein staendiges Auf und Ab. Sollte man das Glueck haben direkt neben einem der nett anzuschauenden farbenfrohen Busse stehen zu duerfen waehrend dieser gerade anfaehrt, dann geht man am besten direkt nach dem Hustenanfall heim unter die Dusche.

Die Stadt ist umgeben von den Bergen der Cordillera Real mit ihren 5000 und 6000ern, die bei uns natuerlich wieder zu einem Kribbeln in den Beinen fuehrten.
Aber bevor wir uns in die neuen Hoehenbereiche begaben hiess es sich natuerlich huebsch machen fuer die kleinen Erhebungen.

Unser Plan war es zuerst den 5400 m hohen Pequeño Alpamayo zu besteigen und wenn dann noch Luft ist mit dem Huayna Potosí einen 6000er zu erklimmen.
Aber eins nach dem anderen…

Zusammen mit unserem Guide Lorenzo ging es erstmal noch recht gemuetlich auf zu unserem Basislager auf rund 4200 m Hoehe.

Um 2 Uhr morgens weckte uns dann das Summen des Weckers und wir durften feststellen, dass wir vollkommen eingeschneit waren. Unser Zelt begruesste uns beim Oeffnen erstmal mit einer erfrischenden Schneedusche.
Da kam uns auch schon der immer "gut gebraeunte" Lorenzo entgegen und meinte, dass wir bei dem Wetter nicht gehen koennten und uns vorerst nochmal hinlegen koennten. Sofern sich das Wetter bessert weckt er uns.
Naja, so gegen 6 Uhr ruettelte es dann tatsaechlich an unserem Schlafgemach und es hiess: “Vamos”.
Immer noch in dicke Wolken gehuellt, aber immerhin mit einem Mindestmass an Sicht und ohne weitere Schneefaelle ging es in den Skischuh-aehnlichen Plastiktretern dann ca. 1 h zum Gletscher.

Dort angekommen wurden dann die Steigeisen angelegt und die Pickel ausgepackt. Aneinandergebunden stapften wir monoton hintereinander her. Ein Fuss vor den anderen – so richtig schoen langsam wie man das vielleicht schon in der ein oder anderen Reportage diverser Himalayaexpeditionen gesehen hat.
Scheisse, ist das anstrengend und dann auch noch mit dem Neuschnee…
Aber wir wollten das ja so, wenn auch mit etwas anderen Witterungsverhaeltnissen!

Nach gut 2 Stunden ruehrte sich dann Steffens Magen. Lorenzo meinte das sein normal und halt wegen der Hoehe. Wenn ich auf´s Baño wollte koennte er mir ein wenig mehr Leine geben, so dass ich beim kotzen wenigstens nicht in die Gletscherspalte falle.
Aber so schlimm war es dann zum Glueck doch nicht und mit Magendruecken ging es welter.

Der Blick zurueck brachte leider nicht die phaenomenale Aussicht sondern das naechtliche Werk von Frau Holle zum Vorschein.
Nach 5 Stunden und 1000 Hoehenmetern erreichten wir auf 5200 m den Zwischengipfel und dabei wollten wir es dann auch belassen. Durch den Neuschnee vollkommen ausgepumpt und ohne die Aussicht auf bessere Sicht am Hauptgipfel, konnten wir uns nicht mehr dazu motivieren auch noch die letzten 200 Hoehenmeter hoch zu quaelen. Wir sind halt doch eher die Genusswanderer denn richtige Bergsteiger. Zudem unsere Fuesse durch die ungewohnten Schuhe ziemlich in Mitleidenschaft gezogen wurden… 


Trotzdem gluecklich!

Wieder am Gletscherfuss angekommen waren wir dann doch sehr froh, dass diese Episode vorbei war und fassten den Entschluss, dass die kommenden 2 Tage "recht gemuetliches trekken" wohl genug sind.
Die 6000er muessen damit wohl noch ein wenig auf uns warten…
 

Aber auch das konnte sich Steffen zu diesem Zeitpunkt vollkommen ausgepumpt nur sehr schwer vorstellen…


Ein Koenigreicht fuer ein Weissbier!

Nachdem der Tag nach einer erneut klirrend kalten Nacht wieder bedeckt losging, war uns der Wettergott die 2. Tageshaelfte jedoch hold und wir wurden fuer die Strapazen des vergangenen Tages belohnt.

Die Andenkamele saeumten mal wieder unseren Weg und manchmal kam es uns vor als wuerden Sie fuer uns Spalier stehen.

Am Fuss des Huayna Potosi schlugen wir nochmal unser Nachtlager auf und genossen die waermenden Sonnenstrahlen und den phaenomenalen Ausblick.

Und da unser schweres Gepaeck gluecklicherweise wieder von Wilma und deren Eseln getragen wurde, blieben uns an diesem Abend auch die aussergewoehnlichen Kochkuenste von Lorenzo erspart…

Wilma lief uebrigens die Strecke ueber Stock und Stein in pumpsaehnlichen Schuehchen – und da jammern wir Europaeer ueber nicht geeignetes Equipment…
Die gesunden braunen Baeckchen sind uebrigens nicht Zeugnis mangelhafter Koerperpflege, sondern die Folge der nicht zu unterschaetzenden Sonneneinstrahlung. Wirkt auf jeden Fall sehr sympathisch!

Nachdem am naechsten Morgen die ausgebuechsten Esel eingefangen waren, hiess es wieder “Vamos”.

Zum Fruehstueck ging es wieder auf ueber 5000 Meter – diesmal allerdings ohne Schnee und bei strahlend blauem Himmel!


Felicidades zum erneut erklommenen Gipfel

Einen wunderschoenen Vormittag spaeter erwartete uns dann am Basislager des Huayna Potosi ein Taxi zurueck nach La Paz.

Und waehrend wir uns eine warme Dusche goennten, genossen unsere Schuhe die warmen Sonnenstrahlen und die dringend benoetigte Frischluftzufuhr… 

13.5.07 16:17
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


thomas koenig / Website (16.5.07 23:09)
steffen, du machst mich fertig. Ich kenn dich doch nur als motorisierten sportler, der nach zwie skiabfahrten fertig ist (.;
und jetzt? ein kleiner reinhold messmer. wahnsinn. ich bin ganz schön neidisch auf euch!!!!

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