Wir sind dann mal weg.

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Von der Ostkueste ins Outback - oder immer der Nase nach

Immer der Kueste entlang mit kleineren Abstechern ins Inland gelangten wir ueber Cairns nach Cape Tribulation im Norden der Ostkueste.  

Regenwaldfeeling pur! Und was da so alles kreucht und fleucht moechte man manchmal besser gar nicht wissen…

So sehr das klare Meerwasser auch lockte, wir sind da nicht rein! Zum Einen war das feuchte Element trotz der generell sehr angenehmen Tages- und Nachttemperaturen doch recht frisch und zum Anderen verlassen die ansaessigen Salzwasser-Krokodile (liebevoll Salties genannt) zum Futterfang gerne ihre ins Hinterland fuehrenden Flussarme Richtung Meer. Und zwei deutsche Leckerbissen wie uns haetten die sich sicher nicht entgehen lassen!
Ach ja, wir haben uebrigens zur Kenntnis genommen, dass in Deutschland inzwischen Schulferien sind…
Teilweise kommt man sich vor als wuerde man am Bodensee Urlaub machen und nicht auf der anderen Seite der Welt umher irren. Ist daheim ueberhaupt noch jemand???? Halloooooooooo…

Aber dann ging es endlich los – ab ins wirkliche Australien, ab ins Outback.
Ein paar tausend zusaetzliche Kilometer hatten wir inzwischen ja schon auf unseren Tacho gebracht, die haben wir jedoch nicht so wirklich wahrgenommen. Das sollte sich jetzt aendern…
Stunden- bzw. tagelang hiess es jetzt bei 90 km/h einfach geradeaus – immer auf der Suche nach einem neuen Verbrauchsrekord. Die Klimaanlage bleibt demnach aus und der Spalt im Fenster wird mit dem Lineal aerodynamisch optimal ausgemessen. 

Verfahren kann man sich hier eigentlich gar nicht. Uebersieht man dann allerdings im schlimmsten Fall die Abzweigung,  dann hat das fatale Folgen! Immer abhaengig davon wann der Fehler bemerkt wird…
Blieb uns bisher trotz 700-800 km taeglich gluecklicherweise erspart – toitoitoi…
So rot und monoton wie wir uns das hier allerdings vorgestellt hatten ist es gar nicht! Rechts und links der Strasse sind so gut wie immer Buesche und Baeume – nix ewig weite rote Landschaft. Klar bekommt man die wirklich beeindruckende rote Erde auch zu Gesicht, aber es ist nicht so, dass es hier ansonsten nichts geben wuerde!

Und ganz so schlimm, dass einem hier stundenlang keiner entgegen kommen wuerde ist es nun auch wieder nicht. Natuerlich kommt es auch mal vor, dass man eine halbe Stunde gradaus faehrt und ausser 20 am Strassenrand liegenden plattgefahrenen und in saemtlichen Verwesungsstadien befindlichen Kaenguruhs oder Kuehen keinen Menschen erblickt, aber das ist doch eher die Ausnahme. Naja, aber soviel los wie bei uns ist es auf jeden Fall nicht!
Steffen hat inzwischen auch den Outback-Gruss verinnerlicht und der Zeigefinger hebt sich nun von ganz alleine wenn ein Auto oder Roadtrain vorbei donnert. Bei letzteren mit bis zu 3 Anhaengern bestueckten und ueber 50 m langen Trucks heisst es auf jeden Fall Ruhe bewahren und am besten die Strasse raeumen, bis sich der Steinhagel und die Staubwolke wieder einigermassen gelegt haben.
Wie in einem schlechten Traum sind wir uns dann allerdings vorgekommen, als uns eines morgens ausgerechnet ein kleiner Gelaendewagen und kein Strassenzug einen Steinschlag-Schaden auf die ansonsten bis dato wie durch ein Wunder noch jungfraeuliche Windschutzscheibe zauberte. Naja, wir haben das vorsichtshalber mal lieber kleben lassen und haben als Dankeschoen zusaetzlich 2 Baseballkappen und einen netten Aufkleber bekommen – We got stoned in Katherine. 

Wie schon erwaehnt huepften uns bisher erstaunlich wenige Kaenguruhs ueber den Weg. Gesehen hatten wir ja schon einige, aber da war halt nicht mehr viel mit eleganter Fortbewegung…
Auf einem Campingplatz wimmelte es dann allerdings nur so vor Wallabies, den kleinen Vertretern der Beutler. Einer hing Steffen abends sogar fast im Kreuz, als er sich an die in vermeintlich sicherer Hoehe gehaengte Abfalltuete heran schlich und mit einem Satz beschlagnahmen wollte. Wen’s interessiert - bekommen hat er sie nicht!

Bereits im Daintree hatten wir schon das ein oder andere Krokodil gesehen. Die “australischen Geckos” dort waren allerdings eher kleinere Vertreter und doesten nur traege rum. Im Kakadu Nationalpark allerdings wurden sie nicht nur ein wenig groesser, sondern waren richtig aktiv – zumindest wenn man sie mit ihren anderen Kollegen vergleicht.

Besonders spannend wurde es, als einer dieser Freunde offenbar Interesse an einem kleinen Anglerboot hatte und diesem zumindest fuer uns beunruhigend nahe kam bevor er ein paar Meter davor auf Tauchstation ging.

Im Gegensatz zur Kuestenregion kommt man im Landesinneren auch mit den australischen Ureinwohnern in Kontakt. Naja, in Kontakt dann doch wieder nicht so wirklich, da sie leider sehr abgekappselt in Ihren Communities leben oder meist alkoholisiert auf Verkehrsinseln oder Parks herumsitzen. So ganz anders wie wir das aus Suedamerika kennengelernt haben.
Es kommt einem vor, als gaebe es hier wirklich 2 parallel existierende Gesellschaften, die auf diesem Kontinent leben. Die Aborigines, die mit der durch die eingewanderten Europaeer und deren Lebensstil nicht zurecht kommen und dafuer auch gar kein Verstaendnis zu haben scheinen. Und die Weissen, welche die soweit bekannt weltweit aelteste Kultur kurzerhand auf den Kopf gestellt haben.
Somit koennen wir es ihnen auch nicht uebel nehmen, dass sie den Kontakt zu Nicht-Aborigines weitestgehend meiden.

Je mehr wir ueber diese ueber 100.000 Jahre alte und damit aelteste kontinuierliche Kultur erfahren, umso mehr verstehen wir auch, warum sich deren Lebensweise und die der selbsternannten Herrscher Australiens nur schwer miteinander verbinden lassen.
Zeugen dieser Kultur sind u.a. auch die Felsmalereien mit denen oftmals die Alten die Regeln und Geschichten an die Nachfahren ueberliefert haben. 

Obwohl wir ja eine fuer das Outback sehr angenehme Reisezeit erwischt haben, bekommen wir doch auch jetzt einen recht guten Einblick, wie trocken es hier erst im australischen Sommer werden muss.
Als wir dann zum 87. mal unsere 4 aus Suedamerika mitgebrachten CD’s hoerten wunderten wir uns ueber die komischen Wolken am Himmel. Mit jedem Kilometer wurde allerdings klarer, dass wir uns auf ein Buschfeuer zubewegten. Oftmals werden diese ja absichtlich zur Landbereinigung, Schlangen- und Ungezieferbekaempfung bzw. Vorbereitung auf die vernichtenden Feuerwellen im Sommer gelegt. Dieses sah unserer Meinung allerdings nicht wirklich danach aus und verwandelte alles Umliegende in schwarze Tristesse.

Strahlend blauen Himmel hatten wir dann wieder bei den “Devil Marbles” (Karlu Karlu). Ueber Jahrtausende teilweise tatsaechlich in Murmelform ueber-, unter- und nebeneinander liegende Granitfelsen, welche fuer die Aborigines eine tief spirituelle Bedeutung haben.

Nun sind wir in Alice Springs angekommen und als wir von unserem ersten Bummel durch die Stadt zurueck zu unserem liebgewonnenen Tarago kamen, wurde uns mal wieder ueberdeutlich bewusst, worin der Unterschied zwischen deutschem Camping und der australischen Variante besteht.


Wir haben ihn dann schnell weggefahren, so dass ihm nichts ernsthaftes passiert ist!

24.8.07 08:40
 


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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Gaby (26.8.07 17:13)
Liebe Britta und Steffen,
Wenn ich die Fotos sehe, bereue ich doch sehr, dass ich nicht mein Köfferchen gepackt und Euch entgegengereist bin.Wobei mich die Erwähnungen von Krokodilen, Schlangen und nicht namentlich genannten Tierchen wieder abschrecken!!!
Passt auf Euch auf und lasst Euch nicht beißen(fressen)!!!
Liebe Grüße aus dem sonnigen Scherzheim,
Gaby


Gaby (26.8.07 17:25)
Liebe Britta und Steffen,
wenn ich die Fotos sehe, bereue ich doch sehr, dass ich nicht mein Köfferchen gepackt und Euch entgegengereist bin. Die Erwähnung von Krokodilen, Schlangen und nicht namentlich genannten Tierchen schreckt mich jedoch sehr.
Passt auf Euch auf und lasst Euch nicht beißen(fressen)!!!
Herzliche Grüße aus einem sonnigen Scherzheim,wo abends nur die Stechmücken bei ihrer Nahrungssuche zubeißen.
Gaby


Gaby (26.8.07 17:42)
Guck an, erst war alles verschwunden und nun sind doch beide Texte angekommen!?
Übrigens vielleicht liegt der fehlende Kontakt daran, daß die Leute hier zur Zeit Urlaub machen und selbst auf Tour sind ( z.B. am Bodensee).
Auch wir werden am 10.9. unsere Gotthardüberquerung starten und hoffen auf gutes Wetter.
Wir melden uns vorher natürlich noch.....
Gaby

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